Cacao Tasse & Ritualkerze: handgemacht von drei Frauen
Eines der größten Geschenke, das mir meine Selbstständigkeit mit illumina cacao gebracht hat, sind die Begegnungen mit inspirierenden, kreativen, intuitiven Frauen, die auf ihre Art und Weise kreieren und zum Ausdruck bringen. Für die eine ist es Fotografie, für die andere Malen, für eine Keramik und für eine andere Haareschneiden. Jede bringt über ihre Ausdrucksweise etwas in die Welt, erschafft tiefgreifende Momente und Selbsterfahrungen und trägt bei zu einer der wunderschönsten Veränderungen in diesem Leben.
Diese Begegnungen inspirieren mich sehr, wenn ich die Geschichten der Frauen höre, wenn sie mit purer Leidenschaft über ihre Kreativität und ihren Ausdruck sprechen, wenn sie von „zufälligen“ Begegnungen erzählen, die dafür gesorgt haben, dass sie heute tun, was sie tun.
Aus diesen Begegnungen entsteht gemeinsam auch jedes Mal etwas, das es vorher noch nicht gab.
Die Geschichte der Entstehung sowohl der illumina cacao Tassen als auch der Ritualkerzen ist ein wenig länger, insofern mach es dir mit einer wärmenden Tasse Cacao bequem und tauche mit ein.
Man sagt, die Hände sind eine direkte Verlängerung des Herzens, und durch meine tiefe Beziehung mit Cacao habe ich nach vielen Jahren, in denen mir eine innere veraltete Geschichte erzählt hatte, ich sei nicht kreativ, den Impuls gespürt, wieder mehr mit meinen Händen zu kreieren. Als Kind war ich Teil einer Kunst- und Musikschule und habe meine Freitagnachmittage damit verbracht, mit Tusche zu malen, mit den Händen frei zu töpfern oder mit Techniken aus Sand und Farben Seidenstoffe zu färben und so Tücher und Kissenbezüge zu gestalten.
Dieser ganz natürliche Impuls des Mit-den-Händen-Kreierens und Erschaffens kam zurück, und ich habe zu lufttrocknendem Ton gegriffen, um von zuhause aus Objekte zu gestalten. Ich war fasziniert davon, wie ich von innen heraus sozusagen meine Hände leiten lassen kann, um zu gestalten, zu formen, wieder zu verändern und manchmal auch ganz bewusst zu zerstören. Die Kombination aus Cacao & Clay – ich mag die Spielerei mit der Alliteration auf Englisch sehr – war auch Teil meines ersten eigenen Retreats. Danach habe ich selbst ein Event mit intuitivem Töpfern angeboten, das bereits zweimal im Studio Kali & Friends stattgefunden hat.
Über meine Freundin und Kommilitonin Nadine, die inzwischen ein Café hier in München leitet (vorbeischauen lohnt sich, es gibt illumina cacao auf der Karte und die leckersten Kuchen), kam der Impuls, mich mit Melanie von Studio Pertiwi zu connecten, die ihr eigenes Keramikstudio gestartet hat.

So entstand im Februar das erste Cacao & Clay im Café von Nadine, nun als Co-Creation mit Melanie, denn ich schätze ihre Expertise und Erfahrung mit Ton so sehr. Gemeinsam können wir Gefäße gestalten, die langlebig sind: Sie bestehen aus Ton, der gebrannt wird, und sind dadurch wasserfest und spülmaschinenfest. Die zweite Ausgabe fand gerade Mitte Oktober statt, und Volume 03 ist wieder für Februar ’27 geplant. Ein Date mit dir selbst und deiner Kreativität.


Cacao & Clay
Melanies Mann hat vor etwa 7 Jahren Keramik für sich entdeckt als Praxis für mehr Achtsamkeit und Präsenz. Vor drei Jahren dann sind die beiden nach Asien geflogen und haben viel Zeit auf Bali verbracht, wo Melanie ihre Yoga-Ausbildung absolviert hat – ohne weiteren Hintergedanken, vielleicht auch mal selbst zu unterrichten. Ihr Mann Maxi hat zeitgleich ein Praktikum in einem Keramikstudio gemacht, demselben Studio, das ihn vier Jahre früher zur Keramik gebracht hat. Als Melanie fast fertig war mit ihrer Yoga-Ausbildung, hat sie einen Anruf aus Deutschland erhalten, dass ihre Stelle gestrichen wurde und sie gekündigt werden muss. Ihr erster Impuls war Erleichterung – für Melanie war es ein Zeichen, etwas Neues auszuprobieren, eine Leidenschaft zu finden, für die ihr Herz schlägt, und sich damit selbstständig zu machen. Yoga lag hierfür schon ganz nah, da es sie selbst bereits sehr lange begleitet, und auf der anderen Seite hat sie sich dort auf Bali in die Keramik verliebt. „Es ist so ein schönes Handwerk, das nicht von heute auf morgen zu erlernen ist, denn es steckt eigentlich unendliches Wissen dahinter, auch sehr viel Geduld und Akzeptanz.“ Melanie hat dabei an sich selbst gemerkt, dass ihr das nicht immer leichtfällt, und angefangen zu hinterfragen: „Sollten wir nicht Zeit und Geduld finden, um etwas wieder tiefer zu erlernen, gerade in einer Zeit, in der alles immer schneller, besser und optimierter ist?“
Nach der Rückkehr von der Asienreise hat sich Melanie in ihren kleinen Keller eingemietet. Anfangs haben die beiden jedoch erst mal jeden Tag in der Wohnung an der Drehscheibe getöpfert. Bis heute sieht man noch die Spuren davon in Form von Flecken. Mit der Zeit hat Melanie gemerkt, dass ihre Arbeit mit der Keramik nicht nur sie selbst entspannt, sondern auch andere Leute um sie herum. Mit Studio Pertiwi ist es ihr Ziel, Menschen den Raum zu geben, wieder langsam zu werden, und zugleich auch zu zeigen, wie man langsamer werden darf und wie schön es ist, aus dem Alltag in einen meditativen Raum zu schlüpfen, ohne dafür viele Stunden meditieren zu brauchen. Keramik ist für Melanie ein Beispiel für ein Wirken und Kreieren mit beiden Händen, die uns sehr schnell in den Flow-Zustand bringen – wie auch Yoga auf sie wirkt, und doch sind beide Praktiken so verschieden.
Auf der Reise nach Asien, während Melanie mehr zum Töpfern gefunden hat, haben ihr Mann und sie an ihrer ersten Cacao-Zeremonie teilgenommen, was für beide eine sehr besondere Erfahrung war. „Umso mehr freue ich mich, dass ich jetzt auch Tassen für Cacao machen durfte.“


Was für sie herausfordernd ist, ist, dass wir in einer Welt leben, in der erwartet wird, dass etwas perfekt ist und perfekt aussieht. Auch bei ihren Workshops und Töpferkursen merkt sie immer wieder, dass es für Teilnehmende herausfordernd ist, etwas fern von Normen auszuprobieren und eine nicht ganz perfekte Form anzunehmen. „Wir sehen es so als Fehler an, Fehler gemacht zu haben, und optimieren uns immer weiter – am Äußeren, wie wir uns sehen und darstellen; wie wir uns fühlen, machen wir viel an Idealen fest, die tief verankert sind.“ Mit ihrem Handwerk merkt sie, dass viele Menschen oft Schwierigkeiten haben und eher enttäuscht sind, wenn sie nach einem Workshop das Gefühl haben, keine „perfekte“ Tasse gedreht zu haben. Oftmals wird direkt nach Fehlern gesucht und geschaut, anstatt Objekte einfach mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten und zu sehen, dass jede Tasse eine eigene Geschichte erzählt. Eine kleine Unregelmäßigkeit oder Rillen in einer Tasse oder Vase erzählen von einem Moment, in dem Menschliches stattgefunden hat – mehr Druck durch die Hände in einem Moment als im nächsten. Melanie sagt selbst: „Da durfte ich durch die Keramik auch selbst erst wieder lernen, die Schönheit im Unperfekten zu sehen.“
Neben den Cacao Tassen von Melanie findest du ab sofort auch die Ritualkerzen von Fini im Online Shop. Die Kerzen waren eine pure Co-Creation von drei Frauen – nachdem die erste Runde der Cacao Tassen nicht ganz so entstanden ist, wie wir uns das vorgestellt hatten. Handwerk ist eben sehr individuell, mal klappen die Pläne nicht ganz so direkt, wie man sich das vorstellt – und doch entsteht stets eine Möglichkeit für eine Neukreation.
Ich hatte den Wunsch, dass auf dem Boden der Cacao Tassen etwas sichtbar wird, wenn man den Cacao zu Ende trinkt. Da das nicht direkt bei allen Tassen geklappt hat, hatte Melanie die Idee, mit Fini gemeinsam daraus eine Ritualkerze zu machen. So begleitet dich zunächst eine Kerze, und nachdem diese zu Ende gebrannt ist, kannst du die Tasse für deine Cacao-Momente verwenden.

Vor drei Jahren hat Fini damit angefangen, ihre eigenen Kerzen zu gestalten. Sie war auf der Suche nach einer Kerze mit bayrischen Sprüchen, und nachdem sie die nirgends finden konnte, hatte sie die Idee, diese einfach selbst zu kreieren. Sie hat die Spruchkerzen entwickelt, sie spricht selbst Bayrisch und fand die Idee schön, einen Text mit reinzuschreiben, ohne doofe Sprüche oder zu kitschig zu sein. Nichts Grandioses oder Blödes. „Es ging mir einfach darum – bayrische Kultur hat viele schöne Seiten an sich, und diese modern darzustellen.“ Deshalb hat sich Fini auch für bunte Farben für ihre Kerzen entschieden. Von Anfang an war ihr wichtig, ihre Kerzen nachhaltig zu gestalten – so nachhaltig wie möglich. Sie gießt sie in Gläser aus der EU, die auch im Nachgang weiterverwendet werden können, und verwendet Dochte aus Deutschland. „Ich bin immer auf der Suche – so nachhaltig und ressourcenschonend wie möglich.“
Neben ihrem Studium und Werkstudentenjob kreiert sie ihre Kerzen in ihrer kleinen Werkstatt in Garmisch-Partenkirchen, wo jede Kerze von Hand gegossen wird. Bevor sie mit ihrer Brand boarisch by nature Spruchkerzen verkauft hat, hat sie bereits für ihre Familie Deko-Kerzen gegossen. Doch ihre große Leidenschaft sind die farbigen Spruchkerzen.

Die Ritualkerzen bestehen aus Rapswachs aus der EU, einem pflanzlichen, veganen Wachs aus Rapssamen. Das Wachs wird ähnlich wie Rapsöl gewonnen, jedoch dann gehärtet. Es ist ressourcenschonend, da es aus einem nachwachsenden Rohstoff besteht, im Vergleich zu Paraffin aus Erdöl, das für klassisches Wachs verwendet wird. Rapswachs brennt schadstofffrei und rußarm ab und deutlich langsamer als anderes Wachs, wodurch die Kerze länger hält. Wir haben uns bewusst gegen einen Duft entschieden, da dieser oftmals beim Abbrennen der Kerze gar nicht mal unbedingt so gesund für uns ist. So kann der Duft deiner Tasse Cacao dich begleiten.
Die Kerze hat einen breiten Holzdocht, der deutlich langsamer abbrennt als andere Dochte, und es entsteht ein leises Knistergeräusch für die Wohlfühlmomente in der kalten und dunklen Jahreszeit.
Ich arbeite mit Frauen zusammen, die so viel Leichtigkeit, Freude und Entspanntheit mitbringen, dass sie meine Wahrnehmung dessen, was möglich ist, bei jeder Begegnung und jedem Gespräch aufs Neue erweitern. Zusammenarbeit entsteht dabei ganz natürlich und wird zu einer echten Co-Creation: Wir bringen unsere unterschiedlichen Fähigkeiten, Ideen, Erfahrungen und Gedanken zusammen und erschaffen etwas, das so noch nie existiert hat. Die Schönheit und Kraft der Frauen um mich herum macht mich demütig.
Für mich ist es immer wieder eine wunderschöne Faszination, mit was für wundervollen Frauen ich durch illumina cacao zusammengekommen bin und wie sie so ganz natürlich und organisch ein Netz weben aus Verbindungen, gemeinsamen Kreationen, Erfahrungen und Kreativität, die wiederum andere Frauen bewegen, berühren, ihr Leben bereichern, unterstützen und begleiten.